Ich würde nicht versuchen, die gesamte Mathematik noch einmal von vorne durchzuarbeiten. Deine Schilderung klingt weniger danach, dass du den Stoff nicht verstanden hast, sondern eher danach, dass vieles nicht mehr abrufbar ist (siehe Kommentar von user26605). Das ist aber vollkommen normal, wenn man schlicht nur für die einzelnen Prüfungen lernt und sich nicht mehr mit bestimmten Themen befasst.
Stattdessen solltest du das vorhandene Wissen gezielt wieder reaktivieren, sofern du es benötigst, also dir die Dinge anschauen, die für deinen Werdegang relevant sind. Ich weiß auch viele Dinge nicht mehr, bin aber in der Lage, gezielt nach den Dingen zu suchen, die ich brauche. Wenn man Themen vorher verstanden hat, kommt man mit ein bisschen Auseinandersetzung auch schnell wieder in das Thema rein.
Grundsätzlich ist für einzelne Begriffe folgende Vorgehensweise sinnvoll:
- Wie lautet die Definition?
- Was ist das einfachste Beispiel und was ist ein Gegenbeispiel?
- Welches Problem wird durch den Begriff beschrieben/gelöst?
- In welchen wichtigen Sätzen und Resultaten kommt der Begriff vor?
- Wo sind Verbindungen zu anderen Begriffen? Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
- Gibt es einen Bezug zur Informatik? (für dich relevant)
Im besten Fall versucht man erst einmal, diese Fragen aus der Erinnerung zu beantworten und ergänzt anschließend die Lücken.
Im Fall der abelschen Gruppe mit Bezug zur Informatik kann man bspw. untersuchen, ob die Menge der n-Bit-Strings zusammen mit der XOR-Verknüpfung eine abelsche Gruppe bildet.
Ein ähnliches Vorgehen eignet sich für Beweise:
- Beweis lesen und verstehen.
- Aus dem Gedächtnis rekonstruieren.
- Was sind die Voraussetzungen? Was soll gezeigt werden?
- Wo wird welche Voraussetzung genutzt?
- Was geht schief, wenn eine bestimmte Voraussetzung nicht erfüllt ist und warum?
Am Ende geht es nicht darum, zu jedem Begriff auch nach längerer Zeit alles sagen zu können, sondern mit Hilfe bestimmter Anhaltspunkte und konkreten Beispielen das vorhandene Wissen wieder aufzufrischen und es in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können.